Wie man alte Smartphone-Akkus entsorgt

Unglaublich, aber wahr: Die Environmental Protection Agency (EPA) der USA, die Behörde also, die landesweit für Umweltschutz zuständig ist, macht keine allgemeingültigen Vorgaben zum Entsorgen kleinerer Mengen an Batterien und Akkus. Stattdessen kann jeder Bundesstaat selbst entscheiden, welche Abfälle in der Restmülltonne landen dürfen. Auf diese Weise gesellen sich alte Batterien durchaus auch zu Papierabfällen, Pizzakartons, benutzten Servietten und anderen entflammbaren Materialien. Also wollen wir uns mal ansehen, wie man alte Akkus sachgerecht entsorgt – und sei es nur, um brennende Mülltonnen zu verhindern.

Weißt du noch, als sich die Akkus im Samsung Galaxy Note 7 vor ein paar Jahren reihenweise spontan entzündeten? Alle waren in so heller Aufregung deswegen, dass in den USA das Note 7 auf Inlandsflügen verboten wurde. Das Problem dahinter war schlicht und einfach, dass Lithium-Ionen-Akkus gefährlich sein können – und zwar alle Lithium-Ionen-Akkus, nicht nur diejenigen im Note 7.

Das berüchtigte Samsung Galaxy Note 7. Bild bereitgestellt von Shawn Minter; zuerst berichtet in The Verge.

Lithium-Ionen-Akkus werden in vielen verschiedenen Geräten verbaut, die wir jeden Tag nutzen – von Smartphones über Elektro-Autos bis zu E-Zigaretten und Kinderspielzeugen. Und dafür, dass diese Akkus so gut wie überall zu finden sind, ist ihre chemische Zusammensetzung ziemlich anfällig für Probleme. Ob wegen Produktionsmängeln, Verunreinigungen der verwendeten Chemikalien oder übermäßiger Hitze – in den Akkus können unvorhergesehene Reaktionen auftreten, die leicht außer Kontrolle geraten und zu einer Explosion führen können. Wenn ein Lithium-Ionen-Akku beschädigt wird, kann er sich kurzschließen, sodass er sich rasend schnell überhitzt – und alles in Brand setzen kann, das sich in der Nähe befindet.

Jetzt stell dir mal vor, du wirfst deinen alten iPhone-Akku in die Restmülltonne. Von dort aus gelangt er ins Müllauto, wo er den ganzen Tag lang hin- und hergeschüttelt wird – und im Sommer wird es richtig heiß da drin. Zu viel Druck und zu viel Wärme können dazu führen, dass der Akku Funken sprüht und die ganze Ladung in Brand setzt. Das passiert öfter, als man denkt. Lithium-Ionen-Akkus sind eine der häufigsten Ursachen für Brände von Recycling-Müllautos in den USA. Im Jahr 2017 konnten in Kalifornien 65 % aller Brände auf Mülldeponien auf Lithium-Ionen-Akkus zurückgeführt werden. In einem Fall im New Yorker Stadtteil Queens brannte ein von einem Akku ausgelöstes Feuer zwei ganze Tage lang; vier Bahnstrecken der Long Island Rail Road mussten mehrere Stunden lang geschlossen werden. Wie schnell so ein Brand entstehen und sich ausbreiten kann, mussten auch die Mitarbeitenden dieser Müllsammelstelle im Bundesstaat Maine erleben:

Das Ausmaß der Zerstörung, die explodierende Akkus potenziell anrichten können, wird deutlich, wenn man sich die Waldbrände ansieht, die Kalifornien regelmäßig heimsuchen – in trockenen Sommern reicht ein Funken aus einem solchen Akku, um ein Inferno zu entfachen. Und nicht nur in Kalifornien, auch in Deutschland waren die letzten Sommer ausgesprochen trocken und es kam immer wieder zu Bränden.

Aber auch wenn ein Lithium-Ionen-Akku es durch die Müllabfuhr und -sammelstelle schafft, ohne Feuer zu fangen, landet er höchstwahrscheinlich in einer Mülldeponie, wo giftige Chemikalien in die Umwelt austreten, die Erde verätzen und letztlich in unserem Grundwasser landen. In Deutschland sind deshalb alle Verbraucher:innen gesetzlich verpflichtet, ihre Altbatterien und Akkus sachgerecht zu entsorgen; sie in den Restmüll zu geben ist verboten.

Also, bei allem, was dir heilig ist – bitte entsorge deine alten Akkus sachgerecht. Wenn du den Akku in einem deiner Geräte ausgetauscht hast, solltest du so vorgehen:

  1. Wenn der Akku intakt ist und keine sichtbaren Schäden aufweist, entsorge ihn in einer der vielen Altbatterie-Sammelboxen in Supermärkten, Drogerieketten u. a. In Deutschland müssen alle Geschäfte, die Batterien verkaufen, auch gebrauchte Batterien annehmen. Ein Tipp vom Bundesumweltamt: Klebe die Kontakte des Akkus mit etwas Klebeband ab, sodass kein Kurzschluss entstehen kann. Wenn du den Akku nicht gleich zu einer Sammelstelle bringen kannst, bewahre ihn an einem kühlen, trockenen Ort auf, fern von statischer Elektrizität und scharfen Gegenständen. 
  2. Wenn der Akku aufgebläht, verformt oder ausgelaufen ist, sollte er umgehend entsorgt werden – und zwar auf einem Wertstoffhof. Das Bundesumweltamt empfiehlt, dort eine:n Mitarbeiter:in anzusprechen, damit der Schaden dem Personal bekannt ist. Damit auf dem Transport nichts passiert, kannst du den Akku in ein Gefäß mit Sand legen (z. B. einen Eimer oder eine alte Konservendose).
  3. Wenn der Akku während der Reparatur beschädigt wurde, sich aber nicht entzündet hat, gehe ebenso vor – sichere ihn in einem Gefäß mit Sand und bringe ihn zum Wertstoffhof.
  4. Sollte der Akku trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Feuer gefangen haben, solltest du vorsichtshalber die Feuerwehr rufen. Außerdem kannst du ihn mit einem Feuerlöscher einsprühen – es gibt sogar spezielle Feuerlöscher für Lithium-Ionen-Akkus, die den Brand sehr schnell abkühlen. Ein Glas Wasser über den brennenden Akku zu schütten löscht zwar nicht das Feuer, schützt aber die Umgebung vor den Flammen. Du kannst auch Sand oder Salz daraufschütten, bis der Brand sich beruhigt.

Obwohl Akkus uns ständig im Alltag begegnen, können sie sehr gefährlich werden. Nicht gerade hilfreich ist, dass Hersteller es teilweise sehr schwer machen, sie zu entfernen. Aber wenn du alte Akkus sachgerecht entsorgst und weißt, was du zu tun hast, sollte doch einmal einer Feuer fangen, kannst du deine nächste Reparatur beruhigt angehen. Und damit auch deine Freund:innen Bescheid wissen, klick oben auf Teilen, sodass diesen Sommer der einzige Brandherd bei ihnen der Grill ist!

Dieser Artikel wurde übersetzt von Maria Parker.


Source: iFixit Neuigkeiten by de.ifixit.com.

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