War der Übergang vom Volkswagen Käfer zum Golf wirklich so groß?

Als der moosgrüne Big Beetle auf den Fotos 1973 seine Reise zu seinem Erstbesitzer nach Schweden antritt, hat das Ende bereits begonnen. Hinter den Kulissen wärmt sich der Golf bereits für seine Premiere auf, im Folgejahr bricht die neue Ära an. Als Vorboten der Moderne wurden der K70 und der Passat von innovativen Tochterunternehmen (NSU bzw. Audi) entwickelt, doch 1974 stutzte der Mutterkonzern Volkswagen die alten Ableger aus der lukrativen Kompaktklasse. Weg mit dem luftgekühlten Motor und dem Konzept, dessen Ursprünge bis in die NS-Zeit zurückreichen, hin zu der (anderswo schon üblichen) Bauweise mit Frontmotor und einer praktischen, endlich selbsttragenden Karosserie! Aber es gibt keine harte Trennlinie. Die Kunden können ihren liebgewonnenen Käfer nicht einfach liegen lassen, so läuft er bis 1978 parallel zu seinem Nachfolger aus deutscher Produktion, spukt wie ein Zombie, und wird dann bis 1985 aus Mexiko importiert. Der Volkswagen Golf mit seinen vier Zylinder-Reihenmotor vorne, der Käfer (in dieser Version 1303 genannt) mit dem Vierzylinder-Boxermotor hinten. Käfer sympathisch altmodisch, Golf als Keksdose Wenn man ihn neben dem frühen Golf stehen sieht, wird uns bei letzterem nicht wirklich warm oder kalt. Der Käfer, hier als 1303 S mit nicht weniger als 50 PS und modernem Fahrwerk, wirkt mit seinen separaten Kotflügeln und Trittbrettern sympathisch altmodisch. Das dicke, gewölbte Blech und die wie eine Tresortür schließenden Türen haben das Flair einer über Jahrzehnte gereiften Solidität. Dagegen wirkt der Golf wie eine Keksdose: dünnwandig und zerbrechlich, dazu ungewöhnlich hoch auf seinen dünnen Reifen. Dicht, nah an der Windschutzscheibe, der schon sehr altbackene Käfer innen in den Siebzigern. Kürzerer Wave deutlich geräumiger Im Innenraum hingegen ist der Bann des alten Hasen gebrochen. Im Beetle sitzen die Insassen nahe an den Türen und durch 13,5 Zentimeter weniger Breite auch eng beieinander. Der Golf hingegen spielt die Vorteile der Bauweise mit quer eingebautem Motor voll aus. Obwohl er in der Länge 40 (!) Zentimeter kürzer ist als der Käfer, lassen sich die Vordersitze in der Länge verstellen und die Fondpassagiere haben mehr Platz. Das Cockpit des 1303 ist schlicht und unauffällig, wird aber in dieser Sonderausführung durch eine Holzimitatleiste über die gesamte Wagenbreite aufgewertet. Auch der Golf beschränkt sich auf das Nötigste, punktet aber mit mehr Platz und besserer Ergonomie. Insbesondere die gut erreichbar platzierten Schieberegler für die (besser funktionierende!) Heizung sind eine willkommene Verbesserung gegenüber den Ziehgriffen, mit denen Käferfahrer immer die Ventile des Motorwärmetauschers bedienen mussten. Nicht, dass es eine Party im ersten Volkswagen Golf ist, aber ganz modern für 1974. Beide 50 PS, Golf beim 0-100-Sprint 4,4 Sekunden schneller Der wassergekühlte Vierzylinder des Golf hat einen halben Liter weniger (1,1 Vierzylinder ) Hubraum für seine 50 PS, braucht aber 2.000 U/min mehr als der gleich starke, luftgekühlte 1.6-Boxer im Käfer. Allerdings kann seine Kraftquelle trotz mehr Drehmoment nicht für sanftere Beschleunigung sorgen: Von 0 auf 100 braucht der 109 Kilogramm leichtere Golf 4,4 Sekunden (19,7 s bis 24,1 s). Nicht nur das höhere Gewicht, sondern auch die längere Übersetzung hindert ihn daran. Bei Höchstgeschwindigkeit und Verbrauch profitiert der Golf von seiner besseren Aerodynamik: Im Vergleich zu einem cw-Wert von 0,34 wirken die 0,46 des Käfers geradezu prähistorisch. Der Basis-Golf erreicht 140 km/h und fährt damit 10 Kilometer schneller. Im Schnitt kommen die 1,1 auf 12,0 Kilometer mit einem Liter Benzin, der luftgekühlte Boxer im Beetle verbraucht durchschnittlich einen Liter auf 10,9 Kilometer. Ein später Käfer hat ein viel besseres Handling als frühere. Käfer fährt sich für ein 70er-Jahre-Auto überraschend modern Überraschend modern hingegen zeigt sich der Oldie in seinem Fahrverhalten, was der Schräglenker-Hinterachse im 1303 zu verdanken ist. Im Vergleich zu den früheren Pendelachsen dämpft dies die Tendenz das für den Käfer charakteristische Übersteuern, und zwar so stark, dass sich das Heck nur mit einem groben Lastwechsel zum Ausbrechen provozieren lässt. Obwohl der Golf in diesem Punkt narrensicher ist, hat er typische Nachteile als Fronttriebler, nämlich weniger Grip auf nasser Fahrbahn und beim scharfen Herausbeschleunigen aus Kurven. Beim Käfer erfordert die Lenkung viel Kraft; das des Golf wirkt leichter und direkter, was insgesamt zum Leichtigkeitsgefühl beiträgt. Unter dem Strich kompensieren die Schwächen des Käfers seinen weitreichenden Reifegrad. Selbst damalige Testfahrer konnten ihn nicht einfach mit gutem Anstand als altes Eisen abstempeln. „Wer seine Vorzüge zu schätzen weiß und ihn auch gewöhnt ist, kann trotzdem getrost einen Käfer kaufen“, lautete das damalige Fazit. Der Volkswagen Käfer ist auf den Straßen noch lange nicht ausgestorben. Für ordentliche Kopien zahlt man ziemlich saftige Beträge, wie für diese hier. Auch die Preise für einen Volkswagen Golf I sind hoch. Den GTI natürlich ganz, dann landet man schnell bei Beträgen weit über 20.000 Euro, aber hier haben wir einen guten 1.1 gefunden, der nicht weniger als 15.000 Euro kostet.


Source: AutoWeek by www.autoweek.nl.

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