“Schwedische Industrietechnologie muss den Schritt über Open Source gehen”


Dies ist ein Debattenartikel. Die geäußerten Meinungen sind die eigenen.

DEBATTE. Gemeinsamer Standard- und Open-Source-Code sind ein Muss, um das Innovationstempo zu erhöhen, die künstliche Intelligenz zu verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Industrie zu stärken, schreibt Jan Kaihøj, Schneider Electric Schweden.

Die schwedische Industrie hat eine stolze Geschichte und macht fast 20 Prozent des BIP aus, dh ein sehr wichtiger Teil der schwedischen Wirtschaft. Seit einigen Jahren befindet sich die Branche auf dem Weg der Digitalisierung – was man gemeinhin als vierte industrielle Revolution bezeichnet.

Bereits 2016 startete die Europäische Kommission die Initiative Digitizing European Industry (DEI) zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU in der digitalen Technologie, und im selben Jahr kam die neue Industrialisierungsstrategie der Regierung für die Smart Industry nach Schweden. In einem Follow-up wertete die Regierung, dass die Arbeit an der Strategie “zur Teilhabe und Umsetzung kleiner und mittlerer Unternehmen an Prozessinnovationen in stärkerem Maße beigetragen hat, als dies sonst der Fall gewesen wäre”.

Alle sind sich einig, dass verstärkte Digitalisierung und Automatisierung entscheidend für die Entwicklung sind. Aber die Entwicklung könnte viel schneller gehen.

Wir bei Schneider Electric arbeiten sowohl in Schweden als auch in vielen anderen Ländern der Welt mit industrieller Automatisierung. Nicht nur um Herstellungsprozesse zu rationalisieren, sondern auch um den Energieverbrauch zu reduzieren und zu einer nachhaltigeren Produktion beizutragen. Viel hängt von der Übersicht ab, die Sie erhalten, wenn Sie alle Prozesse mit möglichst vielen Messpunkten verbinden. In dieser Arbeit wird oft deutlich, dass unterschiedliche Systeme innerhalb ein und derselben Branche schon deshalb Schwierigkeiten haben können, miteinander zu kommunizieren, weil sie von unterschiedlichen Anbietern stammen.

Je mehr Daten an einem Ort analysiert werden können, desto besser ist die Entscheidungsgrundlage für Mensch und Maschine angesichts der enormen Potenziale, die maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz unter anderem zur Risikominimierung und Energieeffizienz bergen.

Eines der globalen Ziele der Vereinten Nationen, Nummer 9, ist es, sich für eine inklusive und nachhaltige Industrialisierung einzusetzen und Innovationen zu fördern. Wir sind davon überzeugt, dass Standardisierung einer der Schlüssel dazu ist. Wenn alle, die unterschiedliche Maschinen- und Anlagentypen an die Industrie liefern, ihre Lösungen nach dem gleichen Standard entwickeln, wäre viel gewonnen. Es heißt Universal Automation und die Endbenutzer sind dabei die größten Gewinner. Sie werden weniger lieferantenunabhängig, bekommen einen besseren Überblick, können bessere und schnellere Entscheidungen treffen und sparen Geld.

Was macht das mit der Konkurrenz? Wir wissen noch nicht! Wir glauben jedoch, dass die offene Automatisierung, wie sie heute existiert, nicht offen genug ist und dass andere Branchen die Führung übernommen und gezeigt haben, dass dies möglich ist. Die IT-Branche hätte sich nicht so stark entwickelt, wenn die Hardware nicht von der Software getrennt worden wäre und niemand für Open Source (Open Source) gearbeitet hätte. Doch bei der Industrietechnik kommen oft noch proprietäre, markenspezifische Lösungen zum Tragen. Es ist an der Zeit, den Sprung zu wagen und IT (Informationstechnologie) und ot (Operational Technology) zusammenzubringen.

Um ein klassisches Open-Source-Problem mit fehlender Qualitätsprüfung zu umgehen, müssen wir uns auf einen Standard einigen. IEC61499 ist ein generisches Modell für verteilte Systeme basierend auf Funktionsblöcken. Wir glauben, dass dies das Innovations- und Automatisierungstempo in der schwedischen, europäischen und globalen Industrie verändern wird.

Wir sind davon überzeugt, dass Universal Automation das Potenzial digitaler Innovationen nutzen wird. Und vor allem zu einem viel schnelleren Übergang zu einer fossilfreien und Kreislaufwirtschaft, denn ein besserer Überblick über kommunikationsfähige Systeme bietet viel bessere Voraussetzungen für Effizienz, Energieoptimierung und intelligente Lösungen.

Es gibt einen Ausdruck, der sagt: „Wenn du schnell gehen willst, geh allein. Wenn Sie weit kommen wollen, gehen Sie zusammen“. Die Weltlage verlangt jetzt, dass wir schnell und weit gehen. Damit dies Wirklichkeit wird, müssen die Endkunden in der schwedischen Industrie – ganz nach ihren absoluten Wünschen – die Abstimmung aller Lösungen fordern.

Bei Schneider Electric beginnen wir jetzt, alle branchenbezogenen Entwicklungen auf IEC61499 auszurichten. Ich fordere alle Lieferanten auf, dasselbe zu tun. Mit Offenheit und Hardware-Unabhängigkeit als Ausgangspunkt tragen wir dazu bei, das Innovationstempo zu erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Industrie zu sichern.

Jan Kaihøj, Leiter des Industriesegments Schneider Electric Schweden


Source: Nyteknik – Senaste nytt by www.nyteknik.se.

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