Liegt die Zukunft des Arbeitsplatzes auf Zoom?

Anfang 2020 hat die Welt eine neue digitale Realität kennengelernt. Die Pandemie hat viele Menschen gezwungen, ihr Arbeitsleben anzupassen, mit dem Aufkommen von Videoanrufdiensten als digitale Alternative zu persönlichen Besprechungen. Nicht nur die Arbeit verlagerte sich vom physischen Raum in die Online-Welt, auch Sportunterricht, Buchclubs, Geburtstage und Abschlussgetränke fanden über den Bildschirm statt. Im Thema Human Zoom haben wir untersucht, wie sich die Online-Kommunikationstechnologie auf die Qualität unserer Interaktion auswirkt. Basierend auf unseren Erkenntnissen und unseren eigenen Erfahrungen besprechen wir per E-Mail, ob wir Videotelefonie-Dienste wie Zoom beibehalten sollen oder nicht.

Die Redakteure Mariska van Sprundel und Erica Renckens beraten über Zoom.

Erica Renckens

Durch: Mariska Auf: Erica Gesendet: Freitag, 7. Januar 2022, 09:43 Uhr „Mein Arbeitsleben als Freelancer im Home-Office hat sich während des ersten Lockdowns nicht sehr verändert. Keine Staus, keine Reisezeit, Zeit einteilen, zwischendurch Wäsche waschen; das sind Vorteile der Heimarbeit, die mittlerweile auch ein Großteil der Bevölkerung kennengelernt hat, die aber für mich schon normal waren. Dank Zoom konnten wir uns trotz des Lockdowns wöchentlich beraten und „sehen“. Die gesamte Redaktion weiß jetzt, dass ich meine Artikel in einem botanisch eingerichteten Dachzimmer schreibe und umgekehrt habe ich von anderen Redakteuren Einblicke in das Privatleben inklusive Katzen und Kinder bekommen. Was ich für den Arbeitsplatz wirklich bereichernd finde, ist das Aufkommen von Webinaren. Anstatt abends in einen Konferenzraum nach Amsterdam zu fahren, kann ich mir auf der Couch einen Livestream über die Forschungen zu geplapperten Fledermäusen oder fortschreitenden Pilzen ansehen.“

Durch: Erica Auf: Mariska Gesendet: Freitag, 7. Januar 2022, 00:11 „Ich denke, die verdunstete Reisezeit ist in der Tat ein großer Vorteil der Arbeit von zu Hause aus. Vor allem Abendaktivitäten – warum werden die interessantesten oft in Amsterdam organisiert? – waren bisher unmöglich, als ich den letzten Zug zurück nach Nijmegen nehmen musste. Wobei ich auch gestehen muss, dass ich mich schon mehrmals mit Begeisterung für einen Online-Vortrag oder eine Online-Diskussion angemeldet habe, nur um abends, als ich auf der Couch zusammengesunken bin, auszusteigen. Ich fühle mich persönlich weniger involviert, was die Schwelle zum Schulschwänzen senkt. Auch die persönlichen Einblicke beim Zoomen gefallen mir gut, allerdings habe ich mich lange an die Online-Gruppengespräche gewöhnt. Aufgrund meines Stotterns finde ich Videoanrufe besser als Anrufe, bei denen die Kommunikation vollständig auf Sprache basiert. Zum Glück tragen auch Mimik und Handgesten per Zoom zur Konversation bei, aber die stockenden Wendungen machten mich unsicher. Ich habe jetzt meine Nische gefunden, aber für mich geht nichts über ein Offline-Gespräch. Oder dürften Sie alle von nun an online bleiben?“

Durch: Mariska Auf: Erica Gesendet: Freitag, 7. Januar 2022, 16:56 Uhr „Ich frage mich, ob unsere Beziehung zu Tools wie Zoom halten wird, wenn das Virus schwächer wird. Im Moment sind wir gezwungen, Meetings, Brainstormings und Symposien online abzuhalten. Ich bin gespannt, was passiert, wenn der Rat, von zu Hause aus zu arbeiten, komplett gestrichen wird. Verfallen die Leute wieder in alte Gewohnheiten und füllen sich die Büros wieder voll, oder erledigen wir unsere Arbeit weiterhin per Videoanruf? Ist die neue Realität nicht mehr umkehrbar? Der Sprachforscher Mark Dingemanse sagte, er wolle sein virtuelles Büro behalten, das während der Pandemie eingerichtet wurde, um das Treffen mit internationalen Kollegen zu erleichtern. Zu Hause zusammengekauert, ohne physischen Kontakt zu den Kollegen, wurde unsere Welt durch diese digitale Technik zunächst viel kleiner, aber in gewisser Weise auch größer.“

Durch: Erica Auf: Mariska Gesendet: Samstag, 8. Januar 2022, 10:27 Uhr „Wo Precorona die Ausnahme war, von zu Hause aus zu arbeiten, wird es wohl ab sofort akzeptiert. Eine Umfrage des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes der Niederlande (AWVN) zeigt, dass die meisten Arbeitgeber und Arbeitnehmer auch nach den Maßnahmen an der Hybridarbeit mit zwei Arbeitstagen pro Woche festhalten wollen. Digital stellt sich heraus, dass viel mehr möglich ist, als wir dachten. Diese Entwicklung war zwar bereits im Gange, hat sich aber dank Corona beschleunigt. Zoom und andere Videoanrufdienste, von denen wir vor zwei Jahren noch nichts gehört hätten, werden bleiben. ‚Zoomen‘ ist mittlerweile sogar ein gebräuchliches Verb, vergleichbar mit ‚Googeln‘.“

Durch: Mariska Auf: Erica Gesendet: Samstag, 8. Januar 2022, 15:36 Uhr „Wenn man etwas länger darüber nachdenkt, war die Arbeitsweise vor der Corona-Krise ziemlich albern. Die Hälfte der Niederlande stieg nur ins Auto, um im Stau stecken zu bleiben, musste dann von neun bis fünf in einem hysterischen Bürogarten voller Zerstreutheit und Konzentrationsmangel bleiben, um dann am Ende des Tages im abendlicher Berufsverkehr. Corona hat uns gezeigt, dass es auch anders geht. Ich stelle mir eine Zukunft vor, in der die meisten Menschen hauptsächlich zu Besprechungen ins Büro gehen, bei denen es um neue Ideen und Kreativität geht, in der physische Präsenz nachweislich von Vorteil ist. Es wird kaum feste Arbeitsplätze geben, nur flexible Arbeitsplätze. Für das „Bürofeeling“ und den Plausch an der Kaffeemaschine sollten Sie sich vielleicht noch einen Tag Zeit nehmen. Oder ein Morgen. Natürlich gibt es noch Freitagnachmittagsdrinks, Heiden und Weihnachtsfeiern, um die Kollegen persönlich zu treffen und eine Bindung aufzubauen oder zu pflegen.“

Durch: Erica Auf: Mariska Gesendet: Sonntag, 9. Januar 2022, 13:41 Uhr „Genau. Physische Treffen sind wichtig für die Planung und den sozialen Kontakt, aber jeder hat auch bemerkt, dass Sie zu Hause vielleicht am erfolgreichsten sind. Vorausgesetzt natürlich, Sie können an einem angenehmen Arbeitsplatz ungestört arbeiten. Glücklicherweise sind auch Arbeitgeber zunehmend bereit, für das ergonomische Homeoffice zu zahlen. Das kommt schließlich allen zugute. Jetzt muss sich nur noch die Zoom-Etikette etwas weiter herauskristallisieren. Auch mit dem Handy hat es eine Weile gedauert, bis wir uns auf die Do’s und Don’ts geeinigt haben: Nicht am Gürtel hängen, nicht zu laut in der Öffentlichkeit telefonieren, Touch-Sounds beim Tippen ausschalten. So etwas würde auch Videoanrufen zugute kommen: Direkt vor der Webcam sitzen, die Stummschalttaste mit Bedacht einsetzen und beim Sprechen auch Ihre Handgesten zeigen. Solche Dinge tun viel für die Kommunikation.“

Durch: Mariska Auf: Erica Gesendet: Sonntag, 9. Januar 2022, 19:51 „Ich habe kürzlich mit Peter Werkhoven gesprochen, der an der Universität Utrecht Interaktion in virtuellen Welten erforscht. Es überraschte ihn, dass Blickkontakt online nicht möglich ist, während wir schon so lange wissen, dass es für ein Gespräch unerlässlich ist, sich in die Augen sehen zu können. Seine Erwartung war, dass sich Online-Tools technologisch in diese Richtung entwickeln würden. Fügen Sie stereoskopischen Ton hinzu, damit Sie hören können, aus welcher Richtung der Ton kommt, und dann wären die größten Engel aus den Bildblasen verschwunden. Hoffentlich beenden Sie ein Zoom-Meeting nicht mehr todmüde.”

Durch: Erica Auf: Mariska Gesendet: Montag, 10. Januar 2022, 10:04 „Das wäre wirklich eine tolle Entwicklung. Ich bin gespannt, wie das Gestalt annehmen kann! Letztendlich müssen unsere kommunikativen Bedürfnisse bei dieser Art von Technologien führend sein. Es kann nicht sein, dass Technologie unser soziales Miteinander einschränkt oder gar behindert. Der Inhalt bestimmt die Form, nicht umgekehrt. Nun, wir sind noch nicht da. Wir haben jetzt die vielen Vorteile gekostet, die Videoanrufe mit sich bringen, und wir möchten eindeutig nicht zurückkehren. Es ist noch nicht perfekt, aber wir sollten das Baby nicht mit dem Bade ausschütten. Lassen Sie uns gemeinsam – miteinander und mit Entwicklern – sehen, wie es noch besser werden kann.“


Source: Kennislink by www.nemokennislink.nl.

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