Kurzroman verkommt zu Klischees und endet als gemütliches Trivia


Ldie Literatur ist voll von Kindern, deren Gedanken so weit fortgeschritten sind, dass sie von niemand anderem als dem erwachsenen Schriftsteller abstammen könnten. Nehmen wir nur den neunjährigen Oskar Schell in Jonathan Safran Foers Erfolgsroman „Extrem hoch und unglaublich nah“ (2005) oder den Dienerschüler in Robert Walsers Klassiker „Jakob von Gunten“ (1909). Obwohl die Erzählerin in „Die letzten Liebkosungen“ der Norwegerin Kjersti Anfinnsen eine noch sehr alte Dame ist, musste ich an die überbegabten Kinder der Literatur denken und daran, wie schwer es sein muss, über Lebensabschnitte zu schreiben, die man schon lange verlassen hat oder hat noch gar nicht angefangen. Wie leicht es ist, in Klischees zu verfallen.

Und aufgrund von Klischees glaube ich leider, dass Kjersti Anfinnsen (geb. 1975) das in ihrem Porträt der pensionierten Herzchirurgin Birgitte Solheim tut. Solheim ist genau so starr wie die stereotype alte Dame, bevor sie gegen Ende der Geschichte – auch den Regeln entsprechend – von einem unerwarteten Glück vermittelt wird.


Source: Politiken.dk – Forsiden by politiken.dk.

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