Höhere Standards im Gesundheitswesen werden Bürger zweiter Klasse schaffen

Die Gesundheit der Menschen und eine gesunde Gesellschaft sollten eine grundlegende politische Priorität sein. Foto von Mohsen Atayi, WmC

In der Vergangenheit haben Gesundheitsgewerkschaften wiederholt ihre Ablehnung der Einführung höherer Standards im Gesundheitswesen zum Ausdruck gebracht. Sie waren sehr besorgt darüber, worüber der derzeitige Minister Vlastimil Válek auf der TOP 09-Ideenkonferenz sprach – er möchte die Gesundheitsversorgung in „zwei Gruppen von Versorgungsqualität“ nach der Möglichkeit der Zuzahlung der Patienten unterteilen.

Während die Ideologie von TOP 09 Individualität und persönliche Fähigkeiten betont, bauen Gewerkschaften auf andere Werte wie gegenseitige Hilfe, Solidarität und Hilfe für Schwächere. Von diesen Grundprinzipien hängen auch die Positionen und einzelnen Schritte beider Parteien ab.

Solidarität nützt allen

Aber neben der Wertseite gibt es natürlich auch den wirtschaftlichen Aspekt. Und hier muss betont werden, dass der Vorschlag zur Einführung höherer Standards kommt, kurz nachdem die Regierung vierzehn Milliarden Kronen aus dem Gesundheitssektor genommen hat, indem sie die Zahlungen für staatlich Versicherte gekürzt hat. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Schaffung eines Anspruchs auf höhere Qualität gezielt erfolgt, um eine ideologische Absicht durchzusetzen.

Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der wir uns hinter den schwierigen Jahren der Covid-Pandemie befinden und in der sogar wichtige Wirtschaftsinstitutionen kommunizieren, dass einige der seit langem proklamierten Mantras neoliberaler Ökonomen neu bewertet werden müssen, da sie damit beginnen erkennen, dass die Basis der Entwicklung eine gesunde Gesellschaft ist. Endlich wird hoffentlich die von den Gewerkschaften und ihren Wirtschaftsexperten seit langem bestätigte Erkenntnis Gehör finden, dass ein breites Maß an Solidarität auch aus wirtschaftlichen Gründen förderlich ist.

Wir können dies an vielen Beispielen verdeutlichen. Denken Sie zum Beispiel an die populäre politische Rechtfertigung der Notwendigkeit höherer Standards beim Gelenkersatz eines Patienten, der noch nicht für „besseres“ Material aufzahlen kann. Patienten sollten moderne Materialien erhalten, weil es sich wirtschaftlich rechnet – Materialien, die durch neue Technologien hergestellt werden, verschleißen weniger. Ein Patient, der ein „besseres“ Gelenk bekommt, hat die Chance, dass der nächste Ersatz später erfolgt, das Gelenk hält länger, der Patient hat weniger Schmerzen und ist zufriedener.

Gleichzeitig wird dadurch auch das Gesundheits- und Sozialsystem gerettet. Jede Reoperation ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Neues Material, die Arbeit medizinischer Fachkräfte und sonstige Kosten medizinischer Einrichtungen müssen bezahlt werden. Auch die Kosten für Rehabilitation und Sozialversicherung sind nicht unerheblich.

Ein weiteres Beispiel ist die Einführung moderner Methoden wie der Roboterchirurgie. Roboteroperationen sind präziser, schneller, der Patient hat weniger Komplikationen, erholt sich schneller, verweilt nicht so lange im Krankenhaus oder die teure Chemotherapie findet in kleinerem Umfang statt.

Kriegsfürsorge nur für die Reichen

Wir stoßen oft auf die Behauptung, dass höhere Standards dem Gesundheitssektor unmittelbar finanzielle Ressourcen bringen würden. Eine solche Aussage ist entweder eine bewusste Lüge oder eine Unkenntnis des Finanzierungssystems. Die finanziellen Mittel aus der Zusatzversicherung wären in erster Linie die Einnahmen von Kranken- oder anderen Versicherungsgesellschaften, die diese erst im Versicherungsfall – nach Prüfung des Versicherungsfalls – an die medizinische Einrichtung auszahlen könnten.

Aus diesem Grund halten wir die Erklärung von Minister Válek, dass die obige Norm „Qualitätsverbesserungen für alle bringen wird“, für völlig demagogisch. Aufgrund der großen Personalprobleme, die wir im Gesundheitswesen haben – es fehlt an Ärzten, Krankenschwestern und anderem medizinischen Personal – sind wir sehr besorgt, dass ein Patient, der nicht über ausreichend Geld verfügt, nicht die Versorgung erhält, die er oder sie hat braucht. Die duale Art der Versorgung kann leicht bedeuten, dass man beim Bezahlen gleich alles bekommt.

Und was ist mit den Kranken, die es nicht können? Minister Válek erklärte, sein Vorschlag sei nicht unsozial. Damit kam er auch in die aktuelle Wirtschaftskrise, in der viele Menschen um ihre Zukunft bangen und die Zahl der Menschen, die in Armut geraten und von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck mühsam über die Runden kommen, steil ansteigt.

Gegen die üblichen Überforderungen, die es übrigens schon lange gibt, hat sich die Gewerkschaft nie gewehrt – Einzelzimmer, Fernseher, Kühlschrank oder Essensauswahl kann man als Patient aufzahlen. Wir lehnen jedoch grundsätzlich ab, dass Zuzahlungen zu einer Beeinflussung der Qualität der erbrachten Gesundheitsversorgung führen. Wir sind nicht einverstanden mit der Einteilung der Bürger in zwei Kategorien: diejenigen, die Geld haben und denen eine qualitativ hochwertige und zeitnahe Gesundheitsversorgung zugesichert wird, und diejenigen, die aus finanziellen Gründen eine Versorgung von geringerer Qualität oder begrenztem Umfang erhalten.

Die Gesundheit der Menschen und eine gesunde Gesellschaft sollten eine grundlegende politische Priorität sein.


Source: Deník referendum by denikreferendum.cz.

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