Fünf digitale Techniken, die das Gesundheitswesen entlasten

Martijn de Groot hielt im De Studio des NEMO Science Museums einen Vortrag über digitale Technologie im Gesundheitswesen.

NEMO Wissenschaftsmuseum

Seit Einführung der Marktkräfte im Gesundheitswesen im Jahr 2006 verbringen Gesundheitsdienstleister durchschnittlich 40 Prozent ihrer Zeit mit administrativen Aufgaben. Dadurch bleibt den Patienten weniger Zeit, was zu einem erhöhten Personalbedarf führt. War in den 1970er Jahren jeder Zwölfte in der Pflege tätig, ist es heute bereits jeder Siebte. Und wenn wir die heutige Versorgungsqualität halten wollen, muss in Zukunft vielleicht sogar jeder Dritte in der Pflege arbeiten. Laut Martijn de Groot, Medizinbiologe an der Radboud University, kann die digitale Technologie eine Lösung für dieses Problem bieten.

De Groot ist fasziniert von der Interaktion zwischen Mensch und Technik, insbesondere im Gesundheitswesen. Er ist außerdem Leiter der Radboudumc Health Innovation Labs, die sich auf die Entwicklung einer personenzentrierten, nachhaltigen und erschwinglichen Versorgung konzentrieren. Während eines Vortrags im De Studio von NEMO gab er kürzlich eine Reihe von Beispielen für digitale Technologien, die das Gesundheitswesen entlasten können.

Mit der BabyChecker App können Sie einen Ultraschall mit einem Ultraschallkopf auf Ihrem Smartphone machen.

1. Apps zur Diagnose

Es seien verschiedene Algorithmen entwickelt worden, mit denen man selbst schnell und sicher eine Diagnose stellen könne, so De Groot. Ein Beispiel dafür ist die App Babychecker, mit der schnell und einfach festgestellt werden kann, ob eine Risikoschwangerschaft vorliegt. Die App wurde aus der Idee entwickelt, dass eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine Steißlage in Entwicklungsländern oft gefährlich für Mutter und Kind ist. Vor allem, wenn das nächste Krankenhaus drei Stunden entfernt ist. Außerdem erhalten werdende Mütter standardmäßig keinen Ultraschall, sodass sie beispielsweise nicht wissen, ob sie Zwillinge bekommen. „Für Babychecker wurde ein Algorithmus entwickelt, bei dem man nur den Ultraschallkopf in das Smartphone stecken muss.“ Dann bewegt man das Handy dreimal von oben nach unten und dreimal von links nach rechts über den Bauch – fertig, der Ultraschall ist gemacht. “Tolle Triage, jeder kann es tun!”

2. Fernpflege

Eine weitere Innovation ist die Fernbetreuung. Ein Beispiel hierfür ist eine App, mit der Sie sofort ein Foto mit dem Gesundheitsdienstleister teilen können. „Wir arbeiten derzeit an einem Antrag zur Beurteilung von Wunden“, sagt De Groot. Oft können Sie nach einigen Tagen nach der Operation nach Hause gehen. Sie müssen nach einigen Wochen wiederkommen, um die Wundheilung beurteilen zu lassen. Normalerweise sieht der Arzt auf einen Blick, wie es läuft, aber man kann als Patient einen halben Tag für den Krankenhausbesuch einplanen. Über die App können Sie ganz einfach ein Foto der Wunde mit dem Arzt teilen, der die Wunde dann sofort beurteilen kann. Laut De Groot ist der Punkt am Horizont, dass dieses Foto von KI bewertet wird. “Die KI sagt dann: ‘Die Wunde heilt super, du musst nicht kommen’ oder ‘die Wunde ist schrecklich, spring sofort ins Auto.’ Darauf arbeiten wir jetzt hin.“

3. Tragbare Technologie

Auch im Gesundheitswesen kommt immer häufiger tragbare Technologie zum Einsatz. Denken Sie zum Beispiel an Armbänder, die ständig Körperfunktionen wie Blutdruck, Herzfrequenz und Temperatur überwachen. „Auf der Intensivstation (ICU) werden diese Funktionen ständig mit verschiedenen Geräten überwacht. Aber sobald man in eine andere Abteilung wechselt, werden diese Körperfunktionen nur dreimal täglich manuell gemessen.“ Es kommt manchmal vor, dass sich ein Patient zwischen diesen Messungen so sehr verschlechtert, dass er wieder auf die Intensivstation muss. Die tragbare Technologie ermöglicht es, alle Patienten ständig zu überwachen, sodass Sie sofort sehen können, ob sich jemand verschlechtert. „Das ist nicht nur im Zusammenhang mit der IC-Planung sinnvoll, sondern auch während Corona ein Glücksfall. Es spart viel Zeit und Abfall, wenn Sie einen Patienten aus der Ferne überwachen können.“

Anfang dieses Jahres diskutierte NEMO Kennislink in diesem Artikel die Zunahme von E-Health aufgrund der Corona-Krise. Außerdem listen wir die Vor- und Nachteile der digitalen Gesundheitsversorgung auf. Sie haben es hier gelesen.

4. Roboter im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen setzt Roboter bereits gut ein. Dies ist zum Beispiel der Da Vinci-Roboter, der bei komplizierten Operationen hilft. Links sehen Sie die Instrumente, mit denen die Operation durchgeführt wird, rechts kann der Operateur das Gerät bedienen.

Roboter werden bereits im Gesundheitswesen eingesetzt, sagt De Groot. „Chirurgen zum Beispiel bedienen den fortschrittlichen Roboter Da Vinci mit einem Joystick.“ Diese Roboter arbeiten nicht nur in jedem Winkel äußerst präzise, ​​sondern können auch aus der Ferne gesteuert werden. Auf diese Weise kann ein niederländischer Chirurg Operationen auf der ganzen Welt durchführen, einfach von seinem eigenen Krankenhaus aus. Andere Roboter helfen in der Apotheke. Der Apotheker tippt ein Rezept ein, woraufhin der Roboter das richtige Medikament aus dem Lager entnimmt und mit einem Etikett beschriftet. Diese Anwendung mag weniger spannend erscheinen, spart dem Apotheker aber viel Zeit.

5. Künstliche Intelligenz

Immer mehr Pflegeformen nutzen künstliche Intelligenz. 2018 gingen Bots bereits selbstständig ans Telefon. Anwendungen dafür sieht De Groot auch im Gesundheitswesen. „Ich stelle mir zum Beispiel einen selbstständigen Physiotherapeuten vor, der gerade einen Patienten behandelt, als das Telefon klingelt. Dann kann es sehr nützlich sein, wenn das Telefon selbst einen Termin vereinbaren kann.“ Manche Bots bestehen nur aus einer Stimme, aber mittlerweile gibt es immer mehr Bots, die auch auf einem Bildschirm zu sehen sind. Diese Bots achten nicht nur auf das, was Sie sagen, sondern auch auf Ihren Gesichtsausdruck oder die Art und Weise, wie Sie sich bewegen. Das Ziel ist eine sehr natürliche, menschliche Interaktion. Diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, aber vielleicht ist das die Zukunftssorge, sagt De Groot.

Wie wird Ihrer Meinung nach die Krankenhausversorgung in 200 Jahren aussehen?

Hören Sie hier den vollständigen Vortrag von Martijn de Groot über digitale Technologien im Gesundheitswesen.

Speziell für Erwachsene organisierte NEMO verschiedene Aktivitäten in De Studio auf dem Marineterrein. Im September, Oktober und November gab es jeden Donnerstagabend einen Workshop, Vortrag oder Dialog zum Thema Daten. NEMO Kennislink verfasste Artikel basierend auf den Vorträgen über Cyberkriminalität und integrative Algorithmen. Die Vorträge können auch über diese Artikel angehört werden.


Source: Kennislink by www.nemokennislink.nl.

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