Erster Testbericht Mercedes EQS – Ein tolles Elektroauto, nicht unbedingt eine tolle S-Klasse

Was fällt am Mercedes EQS auf?

Legen Sie einen Kompass auf Papier und drehen Sie ihn um eine Vierteldrehung. Voila! Sie haben die Dachlinie des Mercedes EQS. Die elektrische Toplimousine hat im Windkanal ihre Form angenommen, das sieht man sofort. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,20 ist er so aerodynamisch wie ein American Football. Die Tatsache, dass die Konstrukteure des EQS so besessen vom Luftwiderstand waren, hat jedoch auch einen Nachteil.

Der große Mercedes sieht futuristisch aus, hat aber nicht die optische Wirkung einer S-Klasse. Sein Design funktioniert unserer Meinung nach schräg von vorne am besten. Von hinten gesehen ist der EQS austauschbar, etwas fad. Ist das Auto schön? Darauf haben wir in unserer Testwoche keine eindeutige Antwort bekommen. Manche Leute finden es schön, andere werden nicht heiß oder kalt. Niemand hält ihn wirklich für hässlich.

Was ist gut am Mercedes EQS?

Auf den niederländischen Straßen ist viel los und es scheint eine aggressivere Atmosphäre als zuvor zu herrschen. Vielleicht haben die Leute in der Corona-Zeit das Autofahren verlernt. Vielleicht ist die Geduld aufgebraucht und die Sicherungen sind kürzer. Was auch immer es ist, im neuen EQS merkt man es kaum. Der Innenraum der vollelektrischen Luxuslimousine wirkt wie ein Kokon. Auf dem Fahrersitz des EQS werden Sie sanft und geräuschlos an Ihr Ziel geschaukelt. Was ist draußen los? Davon bekommt man nicht viel.

Ein Audi E-Tron GT oder Porsche Taycan bringt Sie in Schwung und kostet Sie im Handumdrehen Ihren Führerschein. Der Mercedes ist anders. Auch er ist augenblicklich an der Ampel verschwunden, ermutigt aber nicht zu einem solchen Hooligan-Verhalten. In einer begeistert genommenen Kurve spürt man sein monströses Gewicht von über 2500 Kilo nach außen drücken. Eigene Schuld, sollten Sie weniger kühn einschicken. Der EQS ist da, um Ihnen Sicherheit zu geben, nicht um Ihre Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute zu steigern.

Mercedes hat dem EQS einen dynamischen Fahrmodus verpasst, wir würden ihn aber einfach im Komfortmodus belassen. Dann schaukelt er ruhig über Bodenschwellen, Querleisten und Kanaldeckel. Die Lenkung bietet wenig Gefühl. Der EQS möchte Sie so weit wie möglich von allen äußeren Empfindungen fernhalten. Der Innenraum ist unglaublich ruhig. Tatsächlich hört man in der Ferne nur Wind- und Reifengeräusche. Eine notwendige Option ist die Hinterachslenkung. Damit hat der Mercedes den Wendekreis eines Fiat Panda.

Der von uns gefahrene EQS 580 war mit dem optionalen Hyperscreen ausgestattet. Diese besteht aus digitalen Instrumenten, einem großen Infotainment-Bildschirm und einem Display für den Beifahrersitz, alles unter einer Glasplatte. Es sieht wunderschön aus und fühlt sich sehr an Konzeptautos an. Bestellt man den Hyperscreen nicht, erhält man wie in der S-Klasse ein digitales Cockpit und ein vertikales Infotainment-Display.

Erster Testbericht Mercedes EQS - Ein tolles Elektroauto, aber keine tolle S-Klasse
Erster Testbericht Mercedes EQS - Ein tolles Elektroauto, aber keine tolle S-Klasse

Es würde zu weit führen, in diesem Test alle Möglichkeiten des Hyperscreens zu erklären, denn es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende. Wichtig zu wissen ist, dass die Bedienung im Allgemeinen recht benutzerfreundlich ist. Ja, es gibt nur noch wenige physische Tasten, sodass man seine Aufmerksamkeit etwas zu lange von der Straße abwenden muss, um eine Funktion bedienen zu können, aber das ist bei fast allen Neuwagen der Fall.

Der einzige “Nachteil” des Hyperscreens wäre, dass er so groß ist, dass man manchmal vom Stuhl aufstehen muss, um auf die rechte Seite des Bildschirms zu klicken. Oder Sie müssen sehr lange Arme haben. Problematischer finden wir die Tasten am Lenkrad. Dabei handelt es sich nicht um echte Schaltflächen, sondern um kleine Touch-Flächen, die man durch Wischen und Anklicken anklicken muss. Und dafür sind sie eigentlich zu klein und zu nah beieinander.

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Weil der EQS so lang ist, bietet er Platz für eine große Batterie: 107,8 kWh netto. Wie effizient er mit seiner Kraft umgeht, können Sie in unserem Reichweitentest nachlesen. Auffällig ist jedoch, dass er mit 100 km/h fast so sparsam ist wie der Hersteller, bei 130 km/h jedoch extrem durstig wird. Eine Reichweite von mehr als 650 Kilometern, wie Mercedes angibt, ist in der Praxis nicht möglich. Sie geben immer mehr als 100 Kilometer ab.

Schnelles Laden lässt den EQS arbeiten (200 kW), aber nicht so schnell wie der Hyundai Ioniq 5 (220 kW), Kia EV6 (240 kW), Tesla Model 3 (250 kW) oder Audi E-Tron GT / Porsche Taycan (270 .). kW). Der alte Mercedes-Slogan ‘Das Beste oder nichts“ ist daher hier nicht relevant. An der richtigen Ladestation können Sie die Batterie des Mercedes dennoch in gut 30 Minuten auf 80 Prozent aufladen.

Was könnte mit dem Mercedes EQS besser gemacht werden?

Durch seine ausgeprägte Bananenform wirkt der EQS deutlich kompakter, als er tatsächlich ist (es wird schwer sein, ihn vom kommenden Mercedes EQE zu unterscheiden). Leider merkt man die Konsequenzen der Designentscheidungen von Mercedes sofort, wenn man auf der Rückbank Platz nimmt. Beinfreiheit gibt es reichlich – das ist bei einem 5,21 Meter langen Auto auch erlaubt – aber nach ausreichender Kopffreiheit sucht man vergebens. Vor allem, wenn Sie 1,85 Meter oder größer sind, sitzen Sie mit einem schmerzhaft gebeugten Nacken im Rücken.

Auch unser Testwagen litt unter einigen elektronischen Eigenheiten. Auf einer verregneten Autobahn begann der aktive Tempomat bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h plötzlich stark zu bremsen, ohne dass ein anderer Verkehrsteilnehmer in der Ferne zu sehen war. Wenig später erhielten wir eine Meldung, dass das System vorübergehend nicht nutzbar sei. Außerdem war das Navigationssystem nicht sehr gut in der Ortung, da es jedes Mal für 10 Minuten zunächst einige hundert Meter neben unserem eigentlichen Standort war.

Unser letzter Kritikpunkt ist sehr subjektiv. Der EQS ist die elektrische Alternative zur S-Klasse, fühlt sich aber nicht so an. Vor einigen Monaten hatten wir einen S 500 4Matic Lang auf dem Automatische ÜberprüfungRedakteure, der viel mehr Eindruck machte als sein Elektrobruder. Unabhängig davon sagten drei Redakteure zum EQS, sie hätten das Gefühl, in einer E-Klasse zu sein, nicht in einer knapp 175.000 Euro teuren Top-Limousine von ‘Das Haus“ aus Stuttgart. Denn so teuer war unser Test EQS…

Wann kommt der Mercedes EQS und was kostet er?

Die Preisliste des EQS umfasst derzeit zwei Versionen: den EQS 450+ und den EQS 580 4Matic. Der erste ist ab 121.432 Euro erhältlich und verfügt über einen 333 PS und 568 Nm liefernden Elektromotor an der Hinterachse. Mit einer vollen 107,8-kWh-Batterie legt er theoretisch mehr als 700 Kilometer zurück. Der EQS 580 4Matic verfügt über einen Allradantrieb. Mit seinen 523 PS und 855 Nm sprintet er in 4,3 Sekunden auf 100 km/h. Das Modell hat den gleichen Akku wie der EQS 450+, aber eine WLTP-Reichweite von bis zu 650 Kilometern.

Oberhalb des EQS 580 4Matic, der 157.490 Euro kostet, wird es in Kürze eine AMG-Version geben: der Mercedes-AMG EQS 53. Diese 2655 Kilo schwere „sportliche“ Plug-in-Limousine bläst in nur 3,4 Sekunden auf 100 km/h, angetrieben von zwei Motoren mit maximal 761 PS und 1020 Nm. Für ein echtes „AMG-Erlebnis“ spielt der EQS 53 eine Art Motorsound über die Lautsprecher. Was ist, wenn kein höllischer V8 mehr unter der Haube ist…

Was halte ich vom Mercedes EQS?

Der Mercedes EQS 580 4Matic ist ein tolles Elektroauto: leise, komfortabel, mit allem Luxus ausgestattet und mit mehr als nutzbarer Reichweite. Aber ob er auch eine tolle S-Klasse ist, weiß ich nicht. Wie meine Kollegen hatte ich manchmal das Gefühl, in einer E-Klasse zu sein. Ja, Sie sind von fabelhafter Technik umgeben – der Hyperscreen allein ist schon erstaunlich – aber etwas fehlt noch. Platz vor allem auf der Rückbank, aber auch das Wohlstandsgefühl, das Ihnen jede S-Klasse vermittelt. Und das will man für mehr als anderthalb Tonnen …


Source: Autoreview.nl by www.autoreview.nl.

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