Ein besonderes Haus


An der Ecke der Fadrusz-Straße und der Ulászló-Straße steht ein Haus. Ulászló utca 15. Meine Erinnerungen an das Haus stapeln sich wie Torfschichten: Die Erinnerungen an die Kindheit sind die tiefsten, gefolgt von den Erfahrungen von Liebe und Mutterschaft. Und das alles ist eingebettet in die Geschichte der Stadt. Die Ulászló-Straße ist eine eigene Welt, ein geheimes kleines Reich, das von der Außenwelt der Stadt isoliert ist. Im Winter erstrahlt das verschneite Kopfsteinpflaster der Straße im Dämmerlicht, die im Raureif glitzernden Äste des Baumes treffen sich über der Fahrbahn. Der Károli Gáspár tér, umgeben von Könyves György utca (ehemals Zsoltár utca) und Magyari István utca (ehemals Biblia utca), hat einen tollen Spielplatz mit ein paar Stufen unter dem Straßenniveau. Eine Seite des Spielplatzes wird von der Rückfassade der 1929 erbauten Evangelischen Kirche Kelenföld begrenzt. Sie leuchtet im Winter weiß, im Sommer ziehen Blumengirlanden an der schillernden Wand hoch und vor der Tür können frische Feigen aus den Feigen gerissen werden Mauer. Gegenüber liegt die Lágymányosi-Synagoge. Die niedrigen Häuser in der Ulászló-Straße wurden in den 1930er Jahren gebaut und jahrzehntelang nicht renoviert. Umgeben von schmiedeeisernen Zäunen oder moosbewachsenen Gartenmauern strahlten die Häuser in ihrem baufälligen Zustand eine feierliche Trauer, eine bis heute erhaltene melancholische Atmosphäre in der Straße aus. Im Winter schneebedeckt, im Sommer wächst der Feigenbaum. Keine alltägliche Magie. Meine Großeltern lebten nach dem Krieg in diesem Haus. Als kleines Kind habe ich es sehr genossen, mit ihnen in der musealen Wohnung zwischen großen Sesseln, Samtdecken und alten, abgenutzten Möbeln Spaß zu haben. Die eine Hälfte der Familie sprach italienisch, die andere deutsch und etwas ungarisch, und bei diesem Trubel gab es immer etwas zu lachen. Meine italienische Großmutter hat die Ungarn gebrochen, und die Probleme waren besonders akut mit den Verben der Vergangenheit. „Er ist gekommen, gerettet, gesehen“, beharrte er. „Alami, Elemi Nepiskola“ klang auf Italienisch wie der Begriff Staatliche Volkshochschule. Ungarisch hat er nie gelernt, aber der Metzger und Bäcker in der Ulászló-Straße lernte Italienisch im Dialekt von Fiume, also verstanden sie sich recht gut. Im Sommer hörte man durch das geöffnete Fenster in den Zimmern das Geräusch von Eisenbahnrädern, die durch die nahe Böschung rasten, und die Klänge des Liedes und der Abendmesse stiegen aus der Kapelle in die Küche. Die Ulászló utca 15. diente zwischen den beiden Weltkriegen als Kloster, dann wurde 1940 in ihrem Innengarten eine Kapelle errichtet. Gründerin des Klosters war Margit Slachta, die erste christliche Feministin und die erste weibliche Abgeordnete. Er ist ein richtiger Mann. Im Winter 1941 protestierte er gegen die Deportation der Juden von Kőrösmez, ab 1942 organisierte er Weltanschauungskurse gegen Hitlers Propaganda, 1944 versteckte er Juden in den Klöstern Zugló und Buda. 1969 verlieh ihm der Staat Israel den True World Award und ein Baum wurde zu seinem Gedenken im Garten von Yad Vashem gepflanzt. Die Heilig-Geist-Kapelle in der Ulászló-Straße befindet sich noch heute im Haus, doch nur wenige wissen, dass sie dank Margit Slachta und den im Haus lebenden Nonnen im letzten Jahr des Krieg. Ein kurzer Gang führt zwischen den Bankreihen zum Altar, und seitlich, hinter dem Beichtstuhl, befindet sich eine Tür in der dunklen Ecke der Kapelle. Von dort ging er ein paar Schritte hinunter zum Tierheim, in dem sich die Verfolgten versteckt hielten. Die Nonnen brachten sie auf dürren Matratzen in gemusterten Sesseln unter, eine Petroleumlampe brannte mit einem erstickenden Geruch im Zimmer. Die hintere Ecke des Kellers wurde als Küche mit Herd, Hockeyschläger, Pfannen eingerichtet und gleich nach der Herstellung dort gekocht.
(Nettes Wort)

Source: Népszava by nepszava.hu.

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