Craig ist der beste Bond aller Zeiten. Keine Zeit zu sterben ist sein triumphaler Abschied aus der Welt von 007

Bond ist eine Frau! Und dazu eine schwarze Frau! Tradition wird zerstört, politische Korrektheit ist überall! So waren die vielen Reaktionen darauf, als die Macher des Bond-Films No Time to Die strategisch die Information veröffentlichten, dass die 007-Agentin darin eine Frau sein würde. Auch ist es und es spielt keine Rolle; Anleihen, beginnend mit Casino Royale (2006), unterbrechen die Tradition dieses speziellen Subgenres von Top-Superagent-Filmen aus anderen Ländern. Nämlich, weil der Superagent Emotionen und andere menschliche Qualitäten hat und nicht nur eine Maschine zum Töten, Jagen von Frauen und Ironie ist.

James Bond ist natürlich immer noch ein Weißer, aber im Ruhestand. Seine Servicenummer hat seine jüngere Kollegin Nomi (Lashana Lynch) geerbt, eine skulpturale Afroamerikanerin, für die ein Bond-ähnlicher Agent der Vergangenheit angehört. Bevor der ehemalige 007 in Rente geht, wird er eine der schmerzlichsten Erfahrungen seit der Zeit von Casino Royale machen: Er wird erneut von einer geliebten Frau verraten. Damals war es Vesper, heute Psychiaterin Madeleine Swann (Léa Seydoux), mit der er in einem früheren Werk namens Spectre zusammenkam. Der verbitterte Bond wird durch eine Anfrage eines Kollegen und Freundes Felix Leiter von der CIA wieder in Gang gebracht. Auch dies ist nichts weniger, als die ganze Welt zu retten: Diesmal wird sie vom äußerst heimtückischen und tödlichen Herakles-Virus bedroht.

Schon die Einführung des Films macht deutlich, dass die Dinge anders sind. Statt Action-Intra gibt es reinrassigen Horror: Die kleine Madeleine wird von einem maskierten Killer bedroht. Es folgt unverhüllt – und kitschig! – Eine romantische Szene, in der die erwachsenen Madeleine und Bond Brücken über die Vergangenheit brennen. Es soll jedoch nicht verschwinden. Erst dann kommt die erste bedeutende Actionszene, eine rasante Verfolgungsjagd durch die Straßen einer italienischen Stadt.

Es bleibt keine Zeit, signifikant zu sterben und er arbeitet kreativ mit den Erwartungen des Publikums. Die größte Veränderung ist, wie psychologisch anspruchsvoll der Film ist: Nur um wieder an die Arbeit zu gehen, hat Bond mehrere glaubwürdige Beweggründe. Er ist gespannt, wie es mit Madeleine, die er immer noch liebt, ausgegangen ist, er sehnt sich danach, auf die Heuschrecke der kriminellen Organisation Spectre einzusteigen, er wird von der Rivalität mit Nomi getrieben …

Die Familie ist auch ein zentrales Thema für den zentralen Bösewicht Lyutsifer Safin. Der Mann, dem Spectre einst alle seine Verwandten ermordete, porträtierte Rami Malek (Freddie Mercury von Bohemian Rhapsody) eindringlich als ruhigen, vielleicht sogar übertriebenen Psychopathen, der sonst vielleicht ein sensibler und liebevoller Vater geworden wäre.

Psychologische Tiefe und Raffinesse hindern den Bond-Film No Time to Die jedoch nicht daran, ein spektakulär unterhaltsames Spektakel mit Shootings, exotischen Schauplätzen, schönen Frauen und gelegentlichem Humor zu bleiben. In Kuba trifft Bond auf eine attraktive CIA-Agentin Paloma (Ana de Amas), die sich zunächst zu einem unerfahrenen Kalb macht, dann aber der Hauptfigur dabei hilft, den Feind mehr als gut zu mähen. Im Norden Norwegens wird es in mehreren Terrains eine mehrfache Verfolgungsjagd geben, an der neben mehreren Land Rover auch ein Helikopter beteiligt sein wird. Und das Finale spielt auf einer vergessenen Insel in den umstrittenen Gewässern zwischen Russland und Japan, wo früher ein sowjetisches Raketensilo stand; Reminiszenzen an den Kalten Krieg sind im Film schließlich sehr greifbar.

Das Drehbuch für das Virus, das die ganze Welt bedroht und Familien spaltet, entstand lange vor der Covid-Pandemie, passt aber perfekt zur aktuellen globalen Situation: Wenn eine Substanz stark ist, findet sie einen Weg hinein und Inhalte, die die Autoren bewusst gemacht haben nicht planen. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile, und die fünf Bond-Filme mit Daniel Craig haben eine Miniserie zusammengestellt, die die Summe ihrer Einzelteile weit übertrifft. In der gesamten Bond-Tradition stellen diese fünf Filme (Casino Royale, Quantum of Solace, Skyfall, Spectre und No Time to Die) eine separate Sektion dar, die nicht nur durch Craig, sondern auch durch ihren außergewöhnlichen Zusammenhalt intern verbunden ist. Zudem wagt das Finale dieser Miniserie noch weiter zu gehen, als alle vorherigen Teile es gewagt haben. Man kann jetzt mit Sicherheit sagen, dass Daniel Craig der beste Bond aller Zeiten ist und dass No Time to Die sein triumphaler Abgang ist.


Source: Reflex.cz by www.reflex.cz.

*The article has been translated based on the content of Reflex.cz by www.reflex.cz. If there is any problem regarding the content, copyright, please leave a report below the article. We will try to process as quickly as possible to protect the rights of the author. Thank you very much!

*We just want readers to access information more quickly and easily with other multilingual content, instead of information only available in a certain language.

*We always respect the copyright of the content of the author and always include the original link of the source article.If the author disagrees, just leave the report below the article, the article will be edited or deleted at the request of the author. Thanks very much! Best regards!